Imprimatur
Druckfreigabe, mit der nach abgeschlossener Korrektur der endgültige Druck genehmigt wird.
Was bedeutet Imprimatur?
Imprimatur bezeichnet die verbindliche Druckfreigabe für ein Buch, also die ausdrückliche Genehmigung, dass eine geprüfte Fassung des Manuskripts in den Druck oder die finale Veröffentlichung gehen darf. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „es werde gedruckt“.
Bedeutung und Einordnung
Historisch war das Imprimatur ein behördlicher oder kirchlicher Genehmigungsvermerk, mit dem eine Zensurstelle den Druck einer Schrift erlaubte. In der heutigen Buchproduktion hat sich die Bedeutung gewandelt. Das Imprimatur ist nun die formale Erklärung der verantwortlichen Person, dass eine bestimmte Korrekturfassung vollständig geprüft, freigegeben und damit produktionsreif ist.
Im Ablauf eines Buchprojekts steht das Imprimatur ganz am Ende der inhaltlichen und gestalterischen Arbeit. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind abgeschlossen, die letzte Korrekturschleife wurde eingearbeitet, und es bleibt nur noch der bewusste Schritt der Freigabe. Mit dem Imprimatur übernimmt die freigebende Person die Verantwortung dafür, dass keine weiteren Änderungen mehr vorgenommen werden.
Merkmale und Bestandteile
Ein Imprimatur ist mehr als ein flüchtiges „passt schon“. Es bezieht sich immer auf eine ganz konkrete, klar benannte Version einer Datei oder eines Korrekturabzugs. Spätere Änderungen würden eine neue Freigabe erfordern. Zu einem sauberen Imprimatur gehören folglich diese Punkte:
- Versionsbezug: Die Freigabe nennt eindeutig, welche Fassung gemeint ist, etwa über Datum, Versionsnummer oder Dateiname.
- Vollständigkeit: Alle vereinbarten Korrekturrunden sind durchlaufen, offene Punkte sind geklärt.
- Verantwortlichkeit: Eine benannte Person erteilt die Freigabe, im Verlagskontext häufig die Person, die für Herstellung oder Lektorat zuständig ist.
- Schriftform: Das Imprimatur wird festgehalten, klassisch als handschriftlicher Vermerk auf dem Andruck, heute meist per E-Mail oder im Projektsystem.
Ein konkretes Beispiel
Stellen Sie sich vor, ein Sachbuch durchläuft die letzte Phase. Der Buchsatz liegt als PDF vor, das Korrektorat hat alle Tippfehler markiert, und die Änderungen wurden eingepflegt. Die zuständige Lektorin prüft die finale Datei Seite für Seite und schreibt anschließend an die Druckerei, dass die Version vom 15. Juni in genau dieser Form gedruckt werden darf. Dieser Satz ist das Imprimatur. Ab diesem Moment startet die Produktion, und nachträgliche Korrekturwünsche lassen sich nur noch mit Aufwand und Zusatzkosten berücksichtigen.
Bezug zum eigenen Buchprojekt
Für Autorinnen und Autoren ist das Imprimatur der Augenblick, in dem das Manuskript endgültig die Hände wechselt. Wer ein Buch schreiben lassen möchte, sollte diesen Schritt bewusst wahrnehmen, denn er markiert den Übergang von der gestaltbaren Textarbeit zur fertigen Produktion. Eine sorgfältige Lektorat-Runde vor der Freigabe ist daher die beste Versicherung gegen ärgerliche Fehler im gedruckten Buch.
Gerade bei persönlichen Projekten wie einer Biografie lohnt es sich, vor dem Imprimatur noch einmal in Ruhe zu lesen. Namen, Jahreszahlen und Zitate sind die typischen Stellen, an denen sich nach der Freigabe niemand mehr Korrekturen wünscht.
Ein kurzer Praxis-Tipp
Behandeln Sie die Druckfreigabe als eigenen Arbeitsschritt mit fester Zeit im Kalender. Lesen Sie die finale Fassung nicht zwischen Tür und Angel, sondern konzentriert und am besten am Stück. Hilfreich ist eine kurze Checkliste mit den Punkten, die erfahrungsgemäß übersehen werden, etwa Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen, Bildunterschriften und die Schreibweise von Eigennamen. Erst wenn diese Liste vollständig abgehakt ist, geben Sie das Imprimatur.
Ein klar geregelter Freigabeprozess gehört für uns zu jedem Buchprojekt selbstverständlich dazu. Unser Team führt Sie über feste Korrekturrunden bis zur finalen Druckfreigabe, sodass Sie genau wissen, was Sie freigeben. Wenn Sie mehr über den Ablauf erfahren möchten, sprechen Sie uns gern über das Kontakt-Formular an.
Verwandte Begriffe
Druckfahne
Probeabzug des gesetzten Textes, der zur Kontrolle und Korrektur dient.
Textredaktion
Ueberarbeitung eines Textes hinsichtlich Inhalt, Struktur und Sprache vor der Veröffentlichung.
Lektorat
Inhaltliche und sprachliche Bearbeitung eines Manuskripts zur Verbesserung von Aufbau, Stil und Verstaendlichkeit.
Stylesheet
Dokument mit festgelegten Schreibweisen und Formatregeln, das einheitliche Korrekturen im Projekt sichert.
Fahnenkorrektur
Korrektur des bereits gesetzten Textes anhand der Druckfahnen vor dem endgültigen Druck.
Faktencheck
Ueberprüfung sachlicher Angaben im Manuskript auf ihre Richtigkeit während des Lektorats.
Aus Begriffen wird Ihr Buch
Ob Roman, Sachbuch oder Biografie: Wir kennen das Handwerk und begleiten Ihr Buch von der ersten Idee bis zum fertigen Werk.