Tantieme
Vom Verkaufserloes abhängige Verguetung, die ein Autor pro verkauftem Exemplar vom Verlag erhält.
Was bedeutet Tantieme?
Die Tantieme ist die erfolgsabhängige Vergütung, die ein Verlag an die Autorin oder den Autor eines Buches zahlt, berechnet als prozentualer Anteil am Verkaufserlös jedes verkauften Exemplars. Der Begriff stammt aus dem Französischen (tant, so viel) und bezeichnet im Verlagswesen das laufende Honorar, das über die gesamte Verkaufsdauer eines Titels anfällt.
Bedeutung und Einordnung
Im klassischen Verlagsmodell verkauft die Autorin ihr Manuskript nicht zu einem festen Preis. Sie räumt dem Verlag die Verwertungsrechte ein und wird am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Die Tantieme ist damit das Kernstück der Vergütung im Publikumsverlag. Sie funktioniert anders als ein einmaliges Pauschalhonorar, weil sie an die tatsächlichen Verkaufszahlen gekoppelt bleibt und über Jahre weiterlaufen kann.
Geregelt wird die Tantieme im Verlagsvertrag, der den Prozentsatz, die Bemessungsgrundlage und die Abrechnungsmodalitäten festhält. Für Autorinnen und Autoren ist diese Klausel oft wirtschaftlich entscheidend, denn von ihr hängt ab, wie viel ein erfolgreiches Buch über seine gesamte Lebensdauer einbringt.
Bestandteile und übliche Sätze
Drei Größen bestimmen, wie viel am Ende ankommt. Sie sollten in jedem Vertrag klar benannt sein.
- Bemessungsgrundlage: In Deutschland wird die Tantieme üblicherweise vom Nettoladenpreis berechnet, also vom Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer. Manche Verträge rechnen vom Nettoverlagserlös, was die Basis deutlich verkleinern kann.
- Prozentsatz: Bei gedruckten Büchern liegen die Sätze häufig zwischen fünf und zehn Prozent, bei E-Books deutlich höher, oft zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Prozent. Die genaue Höhe hängt von Genre, Auflage und Verhandlungsposition ab.
- Staffelung: Viele Verträge sehen steigende Sätze vor. Ab einer bestimmten verkauften Stückzahl erhöht sich der Prozentsatz, sodass Bestseller die Autorin stärker beteiligen.
Eng verbunden ist die Tantieme mit dem Vorschuss, einer Vorauszahlung des Verlags auf künftige Tantiemen. Der Vorschuss wird mit den laufenden Beteiligungen verrechnet, bis er abgedeckt ist. Erst danach fließen weitere Zahlungen.
Ein konkretes Beispiel
Angenommen, ein Roman kostet 22 Euro brutto, der Nettoladenpreis liegt bei rund 20,56 Euro. Vereinbart sind acht Prozent Tantieme vom Nettoladenpreis. Pro verkauftem Exemplar erhält die Autorin damit etwa 1,64 Euro. Verkauft der Verlag 3.000 Exemplare, ergeben sich rund 4.930 Euro. Hat die Autorin zuvor einen Vorschuss von 2.000 Euro bekommen, werden diese 2.000 Euro zunächst abgezogen, ausgezahlt werden also etwa 2.930 Euro. Das Rechenbeispiel zeigt, warum Prozentsatz und Bemessungsgrundlage so wichtig sind. Schon ein Wechsel von acht auf sechs Prozent verringert die Summe spürbar.
Bezug zum eigenen Buchprojekt
Wer über einen Verlag veröffentlichen möchte, sollte die Tantieme-Klausel vor der Unterschrift genau prüfen. Im Self-Publishing dagegen gibt es keine Tantieme im klassischen Sinn, weil kein Verlag dazwischensteht. Hier behalten Autorinnen und Autoren die Rechte und erhalten direkt eine Verkaufsmarge über die jeweilige Plattform, die meist deutlich höher ausfällt als eine Verlagstantieme. Wer ein Buch schreiben lassen möchte, sollte frühzeitig entscheiden, welcher Weg zum Ziel passt, denn davon hängt die spätere Einnahmeseite ab.
Praxis-Tipp
Achten Sie im Vertrag vor allem auf die Bemessungsgrundlage und die Abrechnungstermine, weniger allein auf den Prozentsatz. Eine Tantieme vom Nettoladenpreis ist für Sie günstiger als eine vom Verlagserlös. Klären Sie außerdem, ob der Vorschuss bei ausbleibendem Erfolg zurückzuzahlen ist (in seriösen Verträgen ist er das nicht) und wie oft abgerechnet wird. Eine halbjährliche Abrechnung schafft mehr Klarheit als eine jährliche.
Wie wir Sie unterstützen
Die Tantieme entscheidet über den wirtschaftlichen Ertrag, doch sie setzt ein fertiges, überzeugendes Manuskript voraus. Genau hier setzt unsere Arbeit an. Unser Team begleitet Sie von der ersten Idee bis zum abgabereifen Text, ob für einen Roman, ein Sachbuch oder eine Biografie. Welche Investition dahintersteht, können Sie jederzeit unter Was kostet ein Buch nachlesen. So bringen Sie ein Buch an den Start, das vor einem Verlag wie vor Leserinnen und Lesern besteht.
Verwandte Begriffe
Auflage
Gesamtmenge der Exemplare eines Buches, die in einem Druckvorgang hergestellt werden.
Lektor
Person im Verlag, die Manuskripte auswählt, inhaltlich betreut und zur Veröffentlichung fuehrt.
Imprint
Eigenstaendige Verlagsmarke innerhalb eines größeren Verlagshauses mit eigenem Profil und Programm.
Barsortiment
Großhändler, der Bücher vieler Verlage lagert und Buchhandlungen schnell und gebündelt beliefert.
Programmleiter
Verantwortliche Person, die das inhaltliche Verlagsprogramm plant und Titel auswählt.
Satz
Gestaltung des Textes in Spalten, Zeilen und Seiten zur druckfertigen Anordnung eines Buches.
Aus Begriffen wird Ihr Buch
Ob Roman, Sachbuch oder Biografie: Wir kennen das Handwerk und begleiten Ihr Buch von der ersten Idee bis zum fertigen Werk.