Subsidiärrechte
Vom Verlag verwertete Zweitrechte wie Vorabdruck, Lizenzvergabe oder Auslandsrechte.
Was bedeutet Subsidiärrechte?
Subsidiärrechte sind die Verwertungsrechte an einem Buch, die über die eigentliche Hauptausgabe (Hardcover oder Paperback) hinausgehen und eine zusätzliche, oft anderssprachige oder anders verbreitete Nutzung des Werks erlauben. Dazu zählen etwa Übersetzungen, Taschenbuch- und Buchclub-Ausgaben, Hörbücher, Vorabdrucke oder die Verfilmung.
Bedeutung und Einordnung
Der Begriff stammt aus dem Verlagswesen und beschreibt eine ganze Familie von Nutzungsformen, die sich rund um das fertige Manuskript bilden. Das lateinische Wort subsidium bedeutet so viel wie Hilfe oder Rückhalt, und genau so sind diese Rechte gedacht. Sie sichern dem Werk weitere Einnahmequellen jenseits des klassischen Verkaufs der Erstausgabe.
In der deutschen Verlagspraxis werden Subsidiärrechte häufig mit dem Begriff Nebenrechte gleichgesetzt. Beide bezeichnen die Verwertung außerhalb der Hauptausgabe. Wer sich mit Verträgen beschäftigt, findet die genauere Aufschlüsselung dieser Rechte oft unter dem Stichwort Nebenrechte, das im Glossar gesondert erklärt wird. Geregelt wird die Übertragung in der Regel im Verlagsvertrag, in dem festgehalten ist, welche Rechte beim Autor verbleiben und welche an den Verlag übergehen.
Welche Rechte dazugehören
Die Bandbreite der Subsidiärrechte ist groß und wächst mit jeder neuen Verwertungsform. Zu den klassischen Bestandteilen gehören diese Bereiche:
- Übersetzungsrechte für fremdsprachige Ausgaben, die meist an ausländische Verlage lizenziert werden.
- Taschenbuchrechte für eine günstigere Zweitausgabe nach der Hardcover-Erstauflage.
- Hörbuch- und Audiorechte für die Vertonung des Textes als Download oder physischer Tonträger.
- Buchclub- und Sonderausgaben für besondere Vertriebswege oder limitierte Editionen.
- Verfilmungs- und Bühnenrechte für Adaptionen in Film, Serie, Theater oder Hörspiel.
- Abdruckrechte für Vorabdrucke in Zeitungen, Zeitschriften oder Anthologien.
Jedes dieser Rechte lässt sich einzeln lizenzieren, oft gegen eine Beteiligung an den daraus erzielten Erlösen. Die Aufteilung dieser Beteiligung zwischen Autor und Verlag ist ein zentraler Verhandlungspunkt.
Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Autorin veröffentlicht ihren Roman zunächst als Hardcover bei einem deutschen Verlag. Das ist die Hauptausgabe. Wird der Titel erfolgreich, treten weitere Verwerter auf den Plan. Ein französischer Verlag möchte eine Übersetzung herausbringen, ein Hörbuchanbieter plant eine vertonte Fassung, und ein Buchclub fragt nach einer Sonderausgabe für seine Mitglieder. All diese Nutzungen fallen unter die Subsidiärrechte. Hat die Autorin im Vertrag geregelt, dass der Verlag diese Rechte gegen eine faire Beteiligung verwertet, fließen aus jeder Lizenz zusätzliche Einnahmen zurück, ohne dass ein einziges neues Wort geschrieben werden muss.
Bezug zum eigenen Buchprojekt
Wer ein Buch schreiben oder schreiben lassen möchte, sollte die Subsidiärrechte früh mitdenken. Beim klassischen Verlagsweg verhandeln Autorin oder Autor mit dem Verlag, welche dieser Rechte abgegeben und welche behalten werden. Im Self-Publishing dagegen bleiben sämtliche Subsidiärrechte zunächst beim Urheber, der sie selbst lizenzieren oder ruhen lassen kann. Diese Freiheit ist ein wesentlicher Vorteil des unabhängigen Veröffentlichens, verlangt aber auch eigenes Wissen über Verträge und Verwertung. Wer von Anfang an die spätere Übersetzung, das Hörbuch oder eine mögliche Verfilmung im Blick hat, trifft bessere Entscheidungen für das eigene Werk.
Ein kurzer Praxis-Tipp
Lesen Sie jede Klausel zu Subsidiär- oder Nebenrechten in einem Vertrag besonders aufmerksam. Achten Sie darauf, ob ein Recht exklusiv oder einfach übertragen wird, für welchen Zeitraum es gilt und welche Beteiligung Ihnen zusteht. Räumen Sie nur die Rechte ein, die tatsächlich genutzt werden sollen. Nicht benötigte Rechte gehören in Ihre Hand, denn ungenutzt übertragene Rechte können einen späteren eigenen Vertrieb blockieren. Im Zweifel lohnt sich der Blick einer fachkundigen Person, bevor Sie unterschreiben.
Ein gutes Buch entsteht im Handwerk, seine wirtschaftliche Zukunft entscheidet sich oft in den Verträgen. Wir begleiten Autorinnen und Autoren von der ersten Idee bis zum fertigen Manuskript und kennen die Fragen, die rund um Rechte und Verwertung auftauchen. Wenn Sie Ihr Buchprojekt auf ein sicheres Fundament stellen möchten, sprechen wir gern unverbindlich über Ihre Möglichkeiten.
Verwandte Begriffe
Gemeinfreiheit
Zustand eines Werkes, dessen Urheberrechtsschutz abgelaufen ist und das frei genutzt werden darf.
Optionsrecht
Vertragsklausel, die dem Verlag ein Vorrecht auf das nächste Werk des Autors sichert.
Urheberrecht
Gesetzlicher Schutz, der dem Schoepfer eines Werkes die Rechte an seinem geistigen Eigentum sichert.
Urheberpersönlichkeitsrecht
Recht des Autors auf Anerkennung der Urheberschaft und Schutz vor Entstellung seines Werkes.
Nutzungsrecht
Das vom Urheber eingeraeumte Recht, ein Werk auf bestimmte Weise zu verwerten.
VG Wort
Verwertungsgesellschaft, die gesetzliche Verguetungsansprueche von Autoren und Verlagen wahrnimmt und ausschuettet.
Aus Begriffen wird Ihr Buch
Ob Roman, Sachbuch oder Biografie: Wir kennen das Handwerk und begleiten Ihr Buch von der ersten Idee bis zum fertigen Werk.