Exlibris
Ein Exlibris ist ein eingeklebtes Bucheignerzeichen, das den Besitzer eines Buches kenntlich macht.
Was bedeutet Exlibris?
Ein Exlibris (vom lateinischen „ex libris“, auf Deutsch „aus den Büchern“) ist ein kleines, künstlerisch gestaltetes Besitzzeichen, das in der Regel auf den vorderen Innendeckel eines Buches geklebt wird. Es weist aus, wem ein Exemplar gehört, und verbindet diesen Eigentumsnachweis mit einem grafischen Motiv, das häufig den Charakter oder die Interessen der Besitzerin oder des Besitzers spiegelt.
Bedeutung in der Buchgeschichte
Das Exlibris hat eine lange Tradition. Schon im 15. Jahrhundert kennzeichneten wohlhabende Sammler und Klosterbibliotheken ihre kostbaren Bände auf diese Weise, um Bücher als persönlichen Besitz erkennbar zu machen. Mit der Verbreitung des Buchdrucks wuchs die Zahl privater Bibliotheken, und das gedruckte oder gestochene Besitzzeichen wurde zu einem festen Bestandteil der Bibliophilie, also der Liebhaberei für schöne und seltene Bücher. Bis heute gilt ein gut gestaltetes Exlibris als Ausdruck von Wertschätzung gegenüber dem eigenen Buchbestand.
Merkmale und Bestandteile
Ein klassisches Exlibris vereint mehrere Elemente zu einem in sich geschlossenen kleinen Kunstwerk. Typisch sind folgende Bestandteile.
- Namenszug der Besitzerin oder des Besitzers, oft ergänzt durch die Formel „Ex libris“.
- Bildmotiv, etwa ein Wappen, ein Symbol, eine Landschaft oder eine Figur mit Bezug zur Person.
- Wahlspruch oder Motto, das die Haltung oder Leidenschaft der Eigentümerin oder des Eigentümers in wenigen Worten zusammenfasst.
- Künstlersignatur sowie gelegentlich die Angabe der Drucktechnik, beispielsweise Holzschnitt, Kupferstich oder Radierung.
Die Größe bleibt meist überschaubar, damit das Zeichen bequem in den Buchdeckel passt und das Buch selbst nicht überlagert.
Ein konkretes Beispiel
Stellen Sie sich eine private Bibliothek vor, deren Besitzer leidenschaftlich gern segelt. Sein Exlibris zeigt ein kleines, fein gestochenes Segelschiff vor einem Horizont, darunter den Schriftzug „Ex libris“ mit seinem Namen und das Motto „Den Wind nutzen, wer ihn hat“. Jedes Buch seiner Sammlung trägt dieses Zeichen auf dem Innendeckel. So erkennt jeder Betrachter sofort die Herkunft des Bandes, und die Bücher gewinnen einen persönlichen, wiedererkennbaren Charakter, der über den reinen Inhalt hinausreicht.
Bezug zum eigenen Buchprojekt
Wer ein eigenes Buch schreiben lässt, denkt zunächst an Inhalt, Aufbau und Sprache. Ein Exlibris kann dieses Werk auf einer weiteren Ebene veredeln. Bei einer Biografie etwa unterstreicht ein individuell gestaltetes Besitzzeichen den persönlichen Wert der gedruckten Erinnerungen, gerade wenn das Buch im Kreis der Familie weitergegeben wird. Auch bei einem Roman oder einem Sachbuch verleiht ein eigenes Exlibris den Belegexemplaren eine bibliophile Note, die Leserinnen und Leser als besondere Aufmerksamkeit empfinden. Das Besitzzeichen wird damit Teil der Gesamtwirkung eines hochwertigen Buches.
Praxis-Tipp
Halten Sie ein Exlibris schlicht und beständig. Ein klares Motiv, ein gut lesbarer Name und eine zurückhaltende Farbgebung wirken über Jahre hinweg, während überladene Entwürfe schnell aus der Mode kommen. Achten Sie zudem auf säurefreies Papier und einen alterungsbeständigen Klebstoff, damit das Zeichen den Buchdeckel nicht angreift. Wer mehrere Exemplare kennzeichnen möchte, lässt das Motiv am besten als kleine Auflage drucken, sodass alle Bände einheitlich gestaltet sind.
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