Verwertungsrecht
Recht des Urhebers, sein Werk wirtschaftlich etwa durch Druck, Verbreitung oder Vervielfaeltigung zu nutzen.
Was bedeutet Verwertungsrecht?
Das Verwertungsrecht ist das ausschließliche Recht der Urheberin oder des Urhebers, ein Werk wirtschaftlich zu nutzen, also zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen. Bei einem Buch entscheidet es darüber, wer mit dem Text Geld verdienen darf und in welcher Form er erscheinen kann.
Bedeutung und Einordnung
Das deutsche Urheberrecht trennt zwei große Bereiche. Auf der einen Seite stehen die Urheberpersönlichkeitsrechte, die den Bezug zwischen Autorin und Werk schützen, etwa das Recht auf Namensnennung. Auf der anderen Seite stehen die Verwertungsrechte, die den geldwerten Teil regeln. Geregelt sind sie in den Paragrafen 15 und folgende des Urheberrechtsgesetzes.
Wichtig für jede Buchautorin ist eine Besonderheit des deutschen Rechts. Das Urheberrecht selbst bleibt immer bei der Person, die das Werk geschaffen hat, und lässt sich nicht verkaufen. Übertragbar sind allein die Nutzungsrechte, die aus dem Verwertungsrecht abgeleitet werden. Ein Verlag erwirbt also die Erlaubnis, den Text auf bestimmte Weise zu nutzen, während das Werk rechtlich der Urheberin verbunden bleibt.
Bestandteile des Verwertungsrechts
Das Gesetz fächert das Verwertungsrecht in einzelne, klar benannte Rechte auf. Für ein Buchprojekt sind vor allem diese Punkte greifbar.
- Vervielfältigungsrecht: die Erlaubnis, Kopien herzustellen, etwa eine Druckauflage oder eine E-Book-Datei.
- Verbreitungsrecht: die Erlaubnis, diese Exemplare in den Handel zu bringen und zu verkaufen.
- Recht der öffentlichen Zugänglichmachung: die Erlaubnis, das Werk online bereitzustellen, zum Beispiel als Download.
- Bearbeitungsrecht: die Erlaubnis, das Werk zu verändern, zu kürzen oder etwa als Hörbuch oder Übersetzung neu zu fassen.
Diese Rechte lassen sich einzeln und unabhängig voneinander einräumen. Eine Autorin kann das Printrecht an einen Verlag geben und das Hörbuchrecht für sich behalten.
Ein konkretes Beispiel
Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihre Familiengeschichte zu Papier gebracht. Sie unterschreiben einen Vertrag, der einem Verlag das Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht für die gedruckte Ausgabe in deutscher Sprache einräumt. Das Hörbuchrecht und die Rechte für fremdsprachige Ausgaben bleiben ausdrücklich bei Ihnen. Möchte der Verlag später ein Hörbuch produzieren, muss er erneut mit Ihnen verhandeln. Genau diese Aufteilung macht das Verwertungsrecht zu einem wirtschaftlichen Werkzeug, das sich gezielt steuern lässt.
Bezug zu Ihrem eigenen Buchprojekt
Wer ein Buch schreiben lässt, sollte früh klären, wem die Verwertungsrechte am Ende gehören. Bei der Zusammenarbeit mit einem Ghostwriter ist das eine vertragliche Frage. In der Regel werden sämtliche Nutzungsrechte umfassend auf Sie als Auftraggeberin übertragen, sodass Sie frei über das fertige Werk verfügen. Sie entscheiden dann allein, ob das Manuskript bei einem Verlag erscheint, im Self-Publishing veröffentlicht wird oder im privaten Kreis bleibt. Eng damit verbunden sind die Nutzungsrechte, die genau festlegen, in welchem Umfang die Verwertung erlaubt ist.
Ein kurzer Praxis-Tipp
Lesen Sie jeden Vertrag daraufhin, ob die Rechteübertragung räumlich, zeitlich und inhaltlich begrenzt ist. Eine Formulierung wie „ausschließlich, unwiderruflich und für alle bekannten Nutzungsarten“ bedeutet eine sehr weitreichende Abgabe. Halten Sie außerdem fest, welche Rechte Sie behalten möchten, etwa für Verfilmung, Übersetzung oder Folgeauflagen. Wer die einzelnen Bestandteile kennt, verhandelt auf Augenhöhe und vermeidet, dass spätere Verwertungswege ungewollt verschenkt werden.
In unseren Buchprojekten ist die Rechtefrage von Anfang an Teil des Gesprächs. Sämtliche Rechte am fertigen Werk liegen bei Ihnen, vertraglich klar geregelt und vollständig diskret. Wenn Sie Ihre Geschichte erzählen und dabei Eigentümerin jeder Verwertung bleiben möchten, begleiten wir Sie von der ersten Idee bis zum fertigen Buch. Sprechen Sie uns gern dazu an, etwa über unsere Seite zum Buch schreiben lassen oder direkt über den Kontakt.
Verwandte Begriffe
Optionsrecht
Vertragsklausel, die dem Verlag ein Vorrecht auf das nächste Werk des Autors sichert.
Urheberrecht
Gesetzlicher Schutz, der dem Schoepfer eines Werkes die Rechte an seinem geistigen Eigentum sichert.
Subsidiärrechte
Vom Verlag verwertete Zweitrechte wie Vorabdruck, Lizenzvergabe oder Auslandsrechte.
VG Wort
Verwertungsgesellschaft, die gesetzliche Verguetungsansprueche von Autoren und Verlagen wahrnimmt und ausschuettet.
Urheberpersönlichkeitsrecht
Recht des Autors auf Anerkennung der Urheberschaft und Schutz vor Entstellung seines Werkes.
Vorschuss
Vorab gezahlte Verguetung, die später mit den Tantiemen des Autors verrechnet wird.
Aus Begriffen wird Ihr Buch
Ob Roman, Sachbuch oder Biografie: Wir kennen das Handwerk und begleiten Ihr Buch von der ersten Idee bis zum fertigen Werk.